Der Einfluss unserer Gedanken auf unsere Gesundheit

Ein Gedanke ist zunächst nichts anderes als ein elektrochemischer Impuls in unserem Gehirn

 

Wenn ein Neuron, also eine Nervenzelle, überschwellig erregt wird, entsteht eine sprunghafte Spannungsänderung, die als sogenanntes Aktionspotenzial am Neuron entlang läuft. Eine Kontaktstelle zwischen zwei Neuronen bezeichnen wir als Synapse. Wenn nun das Aktionspotenzial an der Präsynapse – also am Ende jener Nervenzelle, von der die Spannungsänderung ausgeht – eingetroffen ist, sitzen dort kleine Bläschen namens Vesikel, die mit Neurotransmittern gefüllt sind. Die Vesikel entleeren diese Neurotransmitter dann in den synaptischen Spalt – das ist der winzige Zwischenraum an der Kontaktstelle zweier Nervenzellen – und diese treiben dann rüber zur Postsynapse. Dort warten mikroskopische Rezeptoren darauf, mit den Transmittermolekülen zu binden. Metaphorisch kann man sich Rezeptoren als Schlüssellöcher und Transmittermoleküle als Schlüssel vorstellen. Aber nicht jeder Schlüssel passt ins gleiche Loch. Wenn also die Schlüssel ihre Schlüssellöcher gefunden haben, kann es zu einer weiteren Spannungsänderung auf Seiten der Postsynapse kommen. Auf diese Weise werden Impulse von einer Nervenzelle zur nächsten weitergeleitet. Erst elektrisch, danach chemisch und dann wieder elektrisch. Zum Teil finden in elektrischen Synapsen aufgrund direkter Verbindungskanäle, sogenannte Gap junctions, auch sofortige Weiterleitungen von Aktionspotenzialen statt – darauf näher einzugehen würde an dieser Stelle aber den Rahmen sprengen.

Für uns ist wichtig: Transmitter sind nicht bloß Überbringer von Botschaften – sie bilden das chemische Substrat unserer Gedanken und Gefühle!

,,Schön, schön... und wen interessiert das?“

Nun, das interessiert mit Sicherheit alle diejenigen, die diesen Artikel bis zum Schluss lesen!

Der Prozess der Genexpression

 

Unsere Gedanken führen zu chemischen, neurologischen und genetischen Veränderungen in unserem Körper. Ja, Sie haben richtig gelesen: genetisch! 

 

Unsere Gene sind nicht, wie man viel zu lange annahm, unser in Stein gemeißeltes Schicksal. Die alte Überzeugung – dass man mit einer bestimmten genetischen Ausstattung auf die Welt kommt und es nichts gibt, was dann noch zu ändern ist, sobald die Würfel des Schicksals einmal gefallen sind – ist inzwischen überholt.

In der DNS (DesoxyriboNukleinSäure) sind alle, ja wirklich alle, Informationen über ein Lebewesen in Form von Codes gespeichert. Ein Gen ist ganz einfach eine Sequenz der DNS, und unsere DNS – das ist diese spiralförmige Leiter, die Sie bestimmt aus Filmen kennen – wird nur zu einem kleinen Bruchteil exprimiert, also eingeschaltet. Die restliche DNS, was um die 98 bis 99% sein dürfte, schläft sozusagen.

Die Epigenetik, ein noch ziemlich junger Forschungszweig der Biologie, hat es sich zur Aufgabe gemacht, herauszufinden, wodurch unsere DNS, die in jeder lebenden Zelle unseres Körpers gespeichert ist, exprimiert bzw. supprimiert, also ein- und ausgeschaltet wird.

Wenn auch der genetische Code ein und derselbe bleibt, sind unzählige Kombinationen, Sequenzen und Muster möglich. Eineiige Zwillinge sind der beste Beweis dafür. Ihre DNS ist zwar identisch, doch ist die Expression ihrer Gene verschieden, können sich auch ganz unterschiedliche Merkmale ausbilden. Beispielsweise können beide in ihren Zellen ein und dieselbe Gensequenz für eine bestimmte Krankheit codiert haben. Während diese Krankheit bei einem der beiden ausbricht, kann es jedoch sein, dass sein Zwilling nicht im Ansatz betroffen ist.

Die in der DNS in Form von Codes gespeicherten Informationen werden ständig abgelesen und in RNS (RiboNukleinSäure) übersetzt. Die RNS kann man sich wie die fleißige Schwester der DNS vorstellen. Während die DNS im Zellkern auf der faulen Haut liegt und nur die ihr anvertrauten Informationen bewacht, kopiert die RNS geradezu am laufenden Band DNS-Abschnitte und leitet die genetischen Informationen weiter. Aus dem Zellkern wird die neu ausgebildete RNS dann durch die Kernporen ins sogenannte Zytoplasma transportiert, wo an den Ribosomen die Proteinsynthese stattfindet. Die Ribosomen kann man sich wie Proteinfabriken der Zellen vorstellen, und Proteine sind sozusagen die Bausteine der Zellen. Hautzellen produzieren als Beispiel Proteine wie Elastin und Kollagen, Muskelzellen demgegenüber Proteine wie Myosin und Aktin, Knochenzellen bilden Knochenproteine, Nervenzellen Nervenproteine und so weiter. Ohne Proteine wäre Leben unmöglich.

Proteine sind die Bausteine des Lebens

Doch welche Gene im Endeffekt eingeschaltet und in Proteine übersetzt werden, hängt zum größten Teil vom äußeren Zellmilieu bzw. von den Signalen außerhalb der Zellen ab. Und je nachdem, was für Gedanken wir denken und für Gefühle wir fühlen, haben es die Zellen mit ganz verschiedenartigen Signalen zu tun, die letztlich unsere Gene steuern. Ein Gedanke sendet eine chemische Signatur an unseren Körper aus, die an der Zellmembran sozusagen als Arbeitsanweisung für die Zelle interpretiert wird. Als sogenannter »Ligand« bezeichnen wir prinzipiell jeden Stoff, der selektiv an einer ihm entsprechenden Rezeptorstelle bindet, und Liganden lassen sich in drei chemische Arten untergliedern: Neurotransmitter, Peptide und Hormone. Erinnern Sie sich noch ans Schlüssel-Schloss-Prinzip? Liganden sind die Schlüssel, Rezeptoren die Schlüssellöcher. Sobald der Schlüssel ins Loch gefunden bzw. der Ligand an einer ihm entsprechenden Rezeptorstelle gebunden hat, wird ein weiteres intrazelluläres Botenstoffsystem aktiviert, durch welches das Signal von der Zelloberfläche ins Innere der Zelle gesendet wird. Das Signal des Liganden kann einen maßgebenden Einfluss auf den Zellzustand nehmen und ganze Kaskaden biochemischer Reaktionen in Gang setzen. Durch die Einwirkung des Liganden trifft die Zelle zum Beispiel Entscheidungen hinsichtlich ihrer Zellteilung, neue Proteine werden hergestellt, Ionenkanäle öffnen oder schließen sich, energiereiche chemische Gruppen werden hinzugefügt oder abgezwackt, und vieles andere mehr.

 

Der Entwicklungsbiologe und Stammzellforscher Dr. Bruce Lipton beschreibt unsere Gene als molekulare Blaupause, als Entwurf, aus dem sich der Aufbau von Zellen, Gewebe und Organen herleiten lässt. Die Umwelt andererseits sei gewissermaßen der Bauleiter, der diesen genetischen Entwurf überhaupt erst liest, sich mit ihm beschäftigt und schließlich für das Leben der Zelle verantwortlich ist.

Man kann sich, um noch eine Metapher ins Spiel zu bringen, die DNS im Grunde auch als ein riesiges Archiv und die Gene als die dort archivierten Schriftstücke vorstellen, in denen die Informationen für die Herstellung von unheimlich vielen verschiedenen Proteinen verschlüsselt sind. In jedem Schriftstück, also in jedem Gen, ist die Bauanleitung für ein bestimmtes Protein enthalten. Doch welche dieser vielen Schriftstücke im Endeffekt auch gelesen werden, das kommt ganz auf die Nachfrage von Außen an! Unterschiedliche Reize regulieren Gene hoch oder eben herunter. Verseuchen wir uns dauernd mit destruktiven Gedanken, bis sie irgendwann ganz automatisch ablaufen, stellen wir auch immer wieder, irgendwann dann als verdeckter Dauerauftrag, die gleiche Nachfrage. Im DNS-Archiv kommt man der Nachfrage natürlich zügig nach. Es werden also fortlaufend die der Nachfrage entsprechenden Dokumente gelesen, Dokumente, die im Falle destruktiver Denkgewohnheiten laufend in krankheitserregende Proteine übersetzt werden. Viele Medikamente von heute wirken übrigens, indem sie die Herstellung krankmachender Proteine stören.

Während anhaltende Stressemotionen Gene aktivieren, die Entzündungen und Krankheiten erzeugen, lassen sich mit dem Verweilen in höheren Emotionen wie zum Beispiel Liebe, Dankbarkeit oder Glückseligkeit andere Gene hochregulieren, die gesunde Proteine für Reparatur und Wachstum herstellen. Die Nachfrage bestimmt das Angebot.

Das Wichtigste in Kürze

Fassen wir aus diesem Begriffe-Dschungel hier noch einmal das Wesentlichste kurz zusammen:

Bei jedem Gedanken werden dem Gedanken entsprechende chemische Substanzen in unseren Hirnen freigesetzt, die als Informationsstoffe Nachrichten an unseren Körper senden. Schätzungsweise hat ein Mensch am Tag 60000 – 70000 Gedanken, von denen 90% genau die gleichen Gedanken sind, die er schon am Tag zuvor gedacht hat. Wenn Sie bis hierhin gelesen haben, müssten Sie sich inzwischen selbst ausmalen können, was es für Folgen nach sich zieht, wenn jeden Tag ein Großteil dieser vielen Gedanken selbstschädigender Natur ist.

Wenn Gedanken zur Ausschüttung diverser chemischer Substanzen führen, die wiederum Veränderungen auf molekularer Ebene bewirken, dann muss man kein Einstein sein, um zu schlussfolgern, dass wir durch eine Umstrukturierung unserer Denkgewohnheiten logischerweise auch massiv auf unseren Körper einwirken.

 

Unterm Strich: Verändern wir unser Denken, verändern wir unsere Genaktivität.

 

Wir sind unseren Genen nicht auf Gedeih und Verderb ausgeliefert!

 

 

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