Rauchentwöhnung durch Hypnose

Wir alle werden mehr oder weniger von dem getrieben, was schon Freud in seiner klassischen psychoanalytischen Theorie als Lustprinzip bezeichnete. Wenn wir eine schmerzhafte Erfahrung machen, sei sie physischer oder psychischer Natur, wollen wir nur noch eins: weg. Machen wir andererseits eine lustvolle Erfahrung, wollen wir auch nur noch eins: mehr. Weg vom Unbehagen, hin zum Behagen. Klingt logisch, oder?

Weg vom Unbehagen, hin zum Behagen – Schmerzen vermeiden, Vergnügen suchen. Unser Gehirn ist ein echter Profi darin, denn so konnten wir als Spezies am ehesten überleben und uns fortpflanzen. Allerdings deutet alles darauf hin, dass wir viel, viel stärker bestrebt sind, Schmerzen zu vermeiden, als Vergnügen zu suchen. Denn Schmerzen bringt unser Hirn sofort mit einer Bedrohung für unser Überleben in Verbindung und versucht sie daher mit aller Kraft zu meiden.

Schmergnügen und Verzen

Der Raucher raucht nicht aus den Gründen, aus denen er eigentlich damit aufhören sollte. Wäre es auch nur im Entferntesten empfehlenswert, mit dem Rauchen anzufangen, würden wir unseren Kindern die Kippen doch schon in die Wiege legen! Der Raucher weiß, dass Rauchen schädlich ist. Er ist Raucher, kein Vollidiot. Doch der Verzicht, den er durch das Aufhören zu leisten glaubt, ist ihm viel zu hoch. Er koppelt sein Behagen unklug und meint Dinge wie: ,,Damit kann ich mich besser konzentrieren! – Rauchen entspannt mich! – Rauchen schafft Geselligkeit! – Ich rauche einfach gerne, keine Ahnung wieso!“ Und so weiter.

Seinen Verzicht auf etwas zu erklären ist wie ein Opfer zu bringen. Die Wörter Verzicht und Verlust sind zwar keine Synonyme, aber vom Bedeutungsgehalt her eng miteinander verwandt. Es war für uns nicht immer so unkompliziert wie heute, an Lebensmittel zu kommen. Unsere Vorfahren konnten nicht einfach in den Supermarkt um die Ecke reinspazieren und sich mit Vorräten eindecken. In Zeiten der Knappheit waren Verlust und Verzicht in jedweder Form sogar lebensbedrohlich. Und Sie wissen ja: Sobald es um unser Überleben geht, ist unser Gehirn hoch motiviert, der Bedrohung auszuweichen – damals wie heute. Verlust bedeutet Schmerz, Gewinn bedeutet Vergnügen. Doch, wie schon gesagt, sind wir viel stärker darauf aus, Schmerzen zu vermeiden, als Vergnügen zu suchen. Selbstverständlich ist es ohne Weiteres möglich, einen Verzicht zu leisten, wenn im Gegenzug ein sehr viel größerer Gewinn rausspringt. Dieser muss jedoch um ein Vielfaches größer sein, um nicht mental Tauziehen mit sich selbst zu spielen.

Raucherinnen, die erfahren, dass sie schwanger sind, hören oftmals abrupt und ohne jede Mühe mit dem Rauchen auf. Sie koppeln großes Unbehagen ans Rauchen und großes Behagen ans Nichtrauchen, weil sie ihr ungeborenes Kind schützen wollen. Augenblicklich ändern sie ihre Kopplung von Behagen und Unbehagen vollständig und haben aufgrund dessen auch keinerlei Entzugserscheinungen. Es ist schließlich nur Tabakrauch, der aus ihren Körpern bleibt, kein Heroin. Ein Raucher wacht ebenso wenig mitten in der Nacht schweißgebadet auf, weil ihn der Entzug quält. Versucht jemand, mit dem Rauchen aufzuhören, entstehen alle potenziellen Entzugserscheinungen durch eine unkluge Kopplung von Behagen und Unbehagen. Es ist die kognitive Dissonanz, die diesem Jemand dann das Leben schwer macht. Einerseits denkt er nämlich: ,,Ich höre damit auf. Es ist besser für mich!“ Aber andererseits denkt er auch das Gegenteil: ,,Wie schön wäre es, jetzt den Rauch einzuatmen?! Das würde mich entspannen...“ Das passt nicht zusammen, es widerspricht sich. Sind Behagen und Unbehagen an ein und dieselbe Sache geknüpft, dann gute Nacht! Behagen und Unbehagen müssen in entgegengesetzte Richtungen zeigen. Andernfalls spielen wir Tauziehen mit uns selbst, und das führt zu nichts außer Kopfschmerzen.

Das alles ist so faszinierend und ironisch zugleich, wenn man darüber nachdenkt. Kurz nach der Geburt ihres Kindes fangen nämlich viele Frauen wieder zu rauchen an, obwohl sie schon aufgehört hatten. Warum sie das machen? Weil sich ihre Einstellung gegenüber dem Rauchen noch nicht geändert hat. Unbewusst glauben sie noch immer, einen Verzicht zu leisten – und eben das interpretiert unser Hirn als Katastrophe. Mit der Geburt ihres Kindes löst sich der Grund für den Verzicht auf und infolgedessen fangen viele wieder an.

Deswegen ändern wir immer zuerst das Denken, denn das Denken steuert das Verhalten.

Verstandesmäßig weiß der Raucher genau, dass Rauchen Quatsch ist, nur sein Unterbewusstsein ist da anderer Meinung. Und weil das Unterbewusstsein so viel mächtiger ist als das Bewusstsein, ist es auch so verdammt schwierig, ja beinahe aussichtslos, allein durch Willenskraft mit dem Rauchen für immer aufzuhören. Ich habe selbst jahrelang geraucht, ich weiß also, wovon ich spreche! Als es bei mir dann endlich klick gemacht hat, konnte ich mühelos – nicht mit Willenskraft und Ach und Krach – mit dem Rauchen aufhören.

In Hypnose können wir ganz wunderbar Kontakt zum Unterbewusstsein herstellen und die irrationale Überzeugung des Rauchers, dass Rauchen im besten Sinne für ihn ist, korrigieren.

Dazu führen wir den Raucher zurück zu dem Tag in seinem Leben, an dem er sich zum ersten Mal dafür entschieden hat, zu rauchen, und lassen ihn noch einmal erleben, wie sich das angefühlt hat, den giftigen Rauch zum ersten Mal einzuatmen. In den meisten Fällen folgt dem eine Hustenattacke des Rauchers, und dann, nachdem der Raucher noch einmal erlebt hat, was die Zigarette ihm tatsächlich antut, leiten wir die kognitive Neubewertung des Rauchens ein und gehen wie bereits beschrieben vor, sprich, wir paaren das Rauchen mit großem Unbehagen und das Nichtrauchen mit großem Behagen. Keine Entzugserscheinungen, keine Ersatzbefriedigungen, keine Probleme. 

Der Raucher kann, zumindest die erste Zeit, nicht ändern, dass er an Zigaretten denkt. Er kann aber ändern, wie er über Zigaretten denkt. Er kann sein Denken nicht abschalten, nur umschalten. Denkt er an eine Zigarette, kann er sich sagen: ,,Oh mein Gott! Was würde ich jetzt für eine Zigarette geben?! Ich halte es nicht länger aus!“ Und damit gibt er auch gleich eine Bestellung an die Hypophyse auf, die Chemie-Barkeeperin in seinem Hirn, die seine Worte dann so interpretiert: ,,Es ist unerträglich, sagst du? Okay, hier ein »Stressila Sunrise« für dich! – Du hältst es nicht länger aus? – Warte kurz. Ich mix dir noch einen »Adrenaliña Colada« für unterwegs!“ Ergo geht der Raucher dank den von der Hypophyse ausgeschütteten Chemie-Cocktails am Stock und fühlt sich tatsächlich, als ginge er durch die Hölle. Kommt dem Raucher hingegen der Gedanke einer Zigarette und er antwortet mit: ,,Zigaretten? Gott sei Dank, dass ich endlich davon los bin!“, dann mixt die Hypophyse ihm auch nicht solch hochprozentige Cocktails, die ihn emotional derartig entgleisen lassen.

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